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Diabetes Typ 1. Nicht ausgesucht. Trotzdem unser Leben.

  • tanjapuccio
  • 19. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Wir Menschen wünschen uns Sicherheit, Entwicklung und Zuversicht. Viele Herausforderungen im Leben kommen und gehen und irgendwann wird es wieder ruhiger. Eine Diagnose wie Diabetes Typ 1 ist anders. Sie kommt unangemeldet, oft mitten ins Kinder- oder Familienleben und bleibt. Von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr selbstverständlich. Das ist Kontrollverlust und der löst starke Gefühle aus.


Meist sind es Kinder oder Jugendliche, die die Diagnose erhalten. In den ersten Monaten müssen die Eltern funktionieren: lernen, organisieren, entscheiden. Rund um die Uhr. Neben all dem medizinischen Wissen sind da Angst, Ohnmacht, Trauer, Schuldgefühle und die leise Frage: Machen wir es richtig? Für diese Gefühle bleibt oft wenig Platz.


Diabetes betrifft nie nur eine Person. Er betrifft das Kind, die Eltern, Geschwister, Angehörige und letztlich auch die Gesellschaft. Was oft bei den Eltern beginnt, wird später zum eigenen Weg der Betroffenen und bleibt ein gemeinsamer Prozess. Die Diagnose verarbeiten, annehmen und integrieren.


Akzeptanz bedeutet, anzunehmen, was ist. Mit dem Wissen, dass es nicht rückgängig gemacht werden kann. Das ist kein einfacher Schritt. In einer Welt, in der Selbstbestimmung und Leistung hoch geschätzt werden, fühlt sich eine chronische Erkrankung schnell wie ein Widerspruch an.


Akzeptanz ist auch eine Frage der Haltung. Sie ist nicht zu vergleichen mit Aufgeben und ist keine Resignation. Sie bedeutet, den inneren Widerstand loszulassen gegen etwas, das wir nicht verändern können. Das spart Kraft. Und diese Kraft wird frei für ein lebendiges Leben mit Perspektive, Freude und Entwicklung. Ein Leben, in dem Diabetes da ist, aber nicht alles bestimmt.


Akzeptanz braucht Zeit. Oft begleitet sie uns ein Leben lang, in verschiedenen Phasen immer wieder neu. Sie ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Mut. Mut, die Realität zu sehen, wie sie ist und sich selbst dabei mit Freundlichkeit zu begegnen.

Das Geschenk der Akzeptanz ist Zufriedenheit. Nicht, weil Diabetes gut ist, sondern weil Frieden mit dem eigenen Leben möglich wird. Trotz allem. Oder vielleicht gerade deshalb.

 

Fünf Impulse für Familien im Umgang mit Diabetes

  1. Gefühle gemeinsam wahrnehmen

    Jedes Familienmitglied darf fühlen, was es fühlt. Traurigkeit, Angst oder Wut. Sprecht darüber oder hört einfach einander zu. Es ist okay, dass es manchmal schwer ist.

  2. Diabetes ist Teil des Alltags

    Blutzuckerwerte oder Insulin bestimmen den Tag, aber die Familie bleibt Familie. Lachen, gemeinsame Freude und Erlebnisse gehören genauso dazu.

  3. Unterstützung annehmen

    Hilfe von Fachpersonen, Freunden oder Verwandten ist ein Zeichen von Stärke. Niemand muss alles allein schaffen. Gemeinsam geht vieles leichter.

  4. Jedes Familienmitglied braucht seinen Raum

    Eltern, Geschwister und das Kind haben eigene Bedürfnisse und brauchen Raum zum Durchatmen. Akzeptanz heisst, den Alltag so zu gestalten, dass alle gut leben können.

  5. Loslassen, was nicht kontrollierbar ist

    Nicht jeder Wert oder jede Situation lässt sich perfekt steuern. Akzeptanz heisst, es so zu nehmen, wie es ist, und die Energie für anderes zu nutzen.

 
 
 

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